ZWEI JAHRE

Wir feiern jetzt, weil wir das erste Jahr nicht feiern konnten und weil klar wird, was wir den Müttern und Vätern des Erfolges verdanken. Dazu blicken wir zurück, um überhaupt wahrzunehmen, wie eine so tolle Idee wie Freifunk in Gang kommt, Klippen umschifft werden und das Ganze gedeiht.

2014 – im Frühjahr – regte Herr Alfred Ponten aus Stetternich an, ein WLAN – Netz in Jülich aufzubauen. Der Rat, die Verwaltung und die Kaufleute nahmen die Anregung auf und holten kommerzielle Angebote ein. Die Kosten waren hoch – zu hoch für den Jülicher Haushalt. Stadtmarketing Jülich e.V. erklärte sich zu einer Starthilfe im Wert von 3000€ bereit. Siehe: digitaler-gastgeber)

2014 – im Dezember – drang zu den Aktivisten der heutigen Freifunk Community Jülich-Linnich die Nachricht aus Aachen, dass man dort schon ein WLAN-Netz mit der Freifunk-Technologie aufgebaut habe. Man sei gerne bereit, uns in Jülich mit der Aachener Infrastruktur (vor allem der Anbindung ans Internet) zu unterstützen.

2015 – im Januar – tauchte auf der Freifunk-Karte der erste Freifunk-Knoten mit der Bezeichnung Juel-Neußer-Str.30 auf. Leider ließ sich davon kein Nachbar anregen, an einem Netz mitzuwirken.

                                               Was war daraus zu schließen?

Man bräuchte einen starken Internet-Zugang mit einem entsprechend starken Freifunk-Router in bester Lage unter eigener Regie; das Ding nennen wir UPLINK, seinen Betreiber GASTGEBER, die Router mit Funkkontakt zum Uplink HOTSPOT und dessen Nutzer GAST.

2015 – im Februar – war es so weit. Wir hatten sofort die ersten Gäste, sogar aus Aldenhoven, die mit Ihren Daheimgebliebenen in Nahost Verbindung halten wollten, frank und frei. – Das ist Freifunk!        Mit diesem Pfund konnten wir nun wuchern:

den ersten Hotspot durften wir am Marktplatz bei Frau Ute Werner (Strumpfmoden, Vorsitzende der Werbegemeinschaft) aufstellen. Fragen Sie sie nach ihrem ersten Erlebnis mit ihren neuen Gästen!

Als nächster war unser Kaffeeröster, Herr Roland Hofmann, überzeugt; damit hatten wir die erste Masche des Netzes geknüpft: Die Router im Dreieck Marktplatz 7, Linke Vitrine Kleine Rurstraße 2a, Marktplatz 8 und zurück zum Marktplatz 7 kommunizieren untereinander und wirken wie ein SuperRouter zwischen Gast und Internet.

Mit Herrn Hofmann hatten wir einen begeisterten Verbündeten: er öffnete uns nicht nur die Türen rund um den Marktplatz, sondern lagerte und verkaufte für uns Router. (Ob die Bürgermeister-kandidaten aus Jülich dort kauften, wissen wir nicht; wohl aber warben sie mit ihrem Hotspot-Slogan sichtbar auf der Freifunk-Karte.)

2015 – im April – hatten wir zwar ein Netz mit vielen Knoten – aber seine Leistung war schwach; alle Router um den Marktplatz herum hingen am UPLINK in der Vitrine; mit jeder Funkstrecke halbiert sich die Übertragungsleistung.

Es mussten weitere UPLINKs her; was lag näher, als die bereits aufgestellten Freifunk-Router an den Internet-Router des Gastgebers anzuschließen! Leichter gesagt als getan. Bei fast jedem Gastgeber ist der Internet-Anschluss an einem ungünstigen Platz. Jeder gute UPLINK ist Knochenarbeit; zumal die Verkabelung der Router im Haus auf die verschiedensten Hindernisse stößt. Ideal verkabelt man die Router im Haus und überlässt dem Gast die nach außen gerichtete Funkstrecke. Wenn man das nicht tut, hat man Herrn Wolfgang Hommel zufolge surfende statt lesende Gäste in der Buchhandlung. Dort nämlich darf Freifunk ganz allein eine schnelle Telefonleitung nutzen; da macht Surfen Spaß.

Ab Juni trug auch das Stadtmarketing der Stadt an der Tourist-Info zum Freifunknetz bei; die Antenne ist auf den Schlossplatz gerichtet.

Die Karte der Innenstadt zeigt z.Zt. diese UPLINKs in Dauerbetrieb: Aixtra, Vitrine, Reformhaus, KSG, Strumpfmoden, Oebel, Altes Rathaus, liebevoll, Inglsperger, Alte Post, Fischer, TouristInfo, Lotto KleineKö, RA Lingnau, ProCompSys.

Wir hätten sehr gern noch mehr solche Pioniere im Netz!                 Und Privatleute, damit ein Netz von Bürgern für Bürger entsteht und funktechnisch effizienter wird. Denn der Router in der Beletage sieht seine Nachbar-Router und die Gäste viel besser als der im Parterre.